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20.11.09: Hohe Selbstmordrate bei Depressionen

Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen. Es handelt sich beinahe um eine Volkskrankheit.

Jeder Fünfte wird depressiv

Depression und Selbsmord
Robert Enke, der deutsche Fußballnationaltorhüter, beging Selbstmord, der finale Ausweg aus einer Krankheit, die jeden treffen kann. Depressionen werden von Ärzten als "Mutter aller Zivilisationskrankheiten" bezeichnet: Jeder fünfte Österreicher erkrankt im Laufe seines Lebens daran, Frauen anscheinend doppelt so oft wie Männer (bei Deutschen sind ähnliche Zahlen anzunehmen).

Der tatsächliche Auslöser der Depression ist bis heute nicht gefunden. Sicher ist, dass man bei einer Depression einen krankhaft veränderten Stoffwechsel im Gehirn vorfindet.

Es gibt genetische Grundlagen der Erkrankung, die vererbt werden können: "Die Depression selbst ist zwar nicht vererbbar, aber die Neigung dazu", analysiert der Psychiater Michael Lehofer. "Man weiß heute auch, dass traumatische Kindheitserlebnisse, Alkoholismus oder Stress das Auftreten einer Depression begünstigen".

Bestimmte körperliche Symptome können ein Ausdruck von Depression sein. Brunner-Hansch: "Die Menschen werden letztlich zum Opfer des kollektiven Geschwindigkeitsrausches unserer Gesellschaft." Das Risiko, dass die Erkrankung einen chronischen Verlauf nimmt, ist groß. Die Selbstmordrate ist besonders hoch.

Neben einer Kombination verschiedener Behandlungsmöglichkeiten (siehe unten) ist die Psychotherapie ein zentrales Thema. Brunner-Hantsch: "Es hat oft wenig Sinn, nach dem Warum zu fragen. Sondern eher: Wie gehe ich damit um?"

Die Betroffene geraten in einen Teufelskreis, aus dem sie alleine nicht mehr herauskommen. Depressionen lösen irrationale Ängste aus. Die Betroffenen schämen sich für die Erkrankung und schotten sich immer stärker von der Umwelt ab.

Lehofer versucht, Mut zu machen: "Stark ist der, der fähig ist, zu seiner Zerbrechlichkeit zu stehen. Es ist vielmehr eine Schwäche, seine Zerbrechlichkeit leugnen zu müssen".

Therapien gegen Depression

Lichttherapie: Hebt die Stimmung vor allem bei saisonal abhängiger Depression (SAD) oder Winterdepression. "Licht reguliert unseren Bio-Rhythmus und daher ist diese Methode gerade in Jahreszeiten, wo die Sonne wenig scheint, eine hilfreiche Methode", so der Psychiater.
Aber auch bei der klassischen, nicht saisonbedingten Depression kann die Lichttherapie helfen.

Kombi-Therapie: "Zur Behandlung einer Depression werden heute neben Medikamenten auch Entspannungstechniken, Lichttherapie und Bewegung eingesetzt - meistens in Kombination", sagt der Psychiater Josef Marksteiner.
Die Lichttherapie kann hierbei die Dosis der Antidepressiva verringern.

Heilkräuter: Um eine leichte Depression zu überbrücken zeigt auch Johanniskraut Wirkung. Marksteiner: "Allerdings sollten sie nicht gemeinsam mit Beruhigungsmitteln genommen werden. Die machen süchtig".

Medikamente: "Die modernen Antidepressiva sind allgemein gut verträglich und haben kaum Nebenwirkungen. Sie machen auch dann nicht abhängig, wenn sie über längere Zeit genommen werden", betont der Facharzt für Psychiatrie.





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